Bekanntschaften über (Staats-)Grenzen

Eine Gruppe von Menschen mit Fahrrädern
Für ihre Forderungen an das EU Parlament radelten acht Menschen mit Diabetes um den Bodensee. ©Robert Krüger

Anlässlich der Europawahl radelten Mitglieder deutscher, österreichischer und Schweizer Selbsthilfeorganisationen vom 7. bis 9. Juni gemeinsam um den Bodensee. Mit ihrer Aktion weckten sie Aufmerksamkeit für politische Forderungen der Diabetes-Selbsthilfe.

Der Plan reifte über ein Jahr. Beim European Diabetes Patient Advocacy Summit (EDPAS) in Kopenhagen 2023 kam die Idee das erste Mal auf, mit einer sportlichen Aktion auf die Forderungen von Menschen mit Diabetes in Europa aufmerksam zu machen. „Zwischendurch hatte ich zeitweise Zweifel, ob wir es wirklich schaffen, das durchzuziehen“, erzählt Rober Krüger, Vorsitzender des DDB Regionalverbands Nord. Das Datum, zu dem sie nun auf die Räder stiegen war so symbolträchtig wie die Route ihrer Tour. Zur Europawahl am 9. Juni umrundeten sie den Bodensee und fuhren über Grenzen entlang deutscher, österreichischer und die Schweizer Radwege. 



Bereits vor Antritt ihrer Tour hatten die Radlerinnen und Radler ihre Forderungen für alle Menschen mit Diabetes an das EU Parlament übergeben:


  • die Sicherstellung einer medizinischen Versorgung, die sich am Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und an den Leitlinien der diabetologischen Fachgesellschaften orientiert;
  • Zugang zu wohnortnaher qualifizierter Versorgung im ambulanten und stationären Bereich sowie in der Pflege;
  • ausreichend ärztliches und pflegerisches Personal zur Versorgung über die gesamte Lebensspanne. Fachärztliche Versorgung muss auch in Pflege- und Altersheimen gewährleistet sein;
  • Zugang zu telemedizinischen Leistungen und digitalen Gesundheitsanwendungen. Insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen lange Wege zurückzulegen sind, kann die Telemedizin dazu beitragen, ein niedrigschwelliges Versorgungsangebot zu schaffen;
  • verpflichtende Werbebeschränkungen für stark zuckerhaltige Lebensmittel und Softdrinks zur Eindämmung von Übergewicht und Diabetes. Dies gilt insbesondere für die Bewerbung von Babynahrung sowie für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung, auch in sozialen Medien. Wir fordern außerdem flächendeckend gesunde Lebensmittelangebote in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen.


Über das politische Statement hinaus war die gemeinsame Radtour eine großartige Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen. Die Teilnehmenden fuhren ihre Route in drei Etappen. Am ersten Tag ging es von Bregenz nach Kreuzlingen, am zweiten weiter nach Hagnau und von dort am dritten Tag zurück nach Bregenz. Der zweite Tag war der härteste“, schildert Krüger. „Da hatten wir die meisten Höhenmeter und die längste Strecke. Vielleicht sind wir auch einmal falsch abgebogen…“
Dass während der anspruchsvollen Fahrten der ein oder die andere mal eine „Cola zischen“ musste, war selbstverständlich. „Wir haben natürlich auch über unsere Gewohnheiten bezüglich des Diabetes gesprochen: Wo trägst Du den Sensor, den Katheder, die Pumpe…“, erzählt Robert Krüger. „Insgesamt war das ein Austausch unter Menschen, die ihren Diabetes im Griff haben“, findet er. „Ein Highlight war neben der Landschaft und der körperlichen Herausforderung, die Menschen wiederzusehen und neue Bekanntschaften zu schließen – und das über (Staats)grenzen hinweg!“

Die Fahrt wurde gesponsort von Dexcom, Sanofi, Novo Nordisk und der IKK Classic.

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