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Diabetes und Corona-Virus: Aktuelle Informationen

Das Thema „Corona-Virus“ und wie man als Diabetespatient – ob mit Typ 1 oder Typ 2 – damit vernünftig umgehen soll, beschäftigt auch den Deutschen Diabetiker Bund (DDB) seit Wochen. Im Internet kursieren derzeit die wildesten Geschichten und jede Menge Fake News, die für viel Verunsicherung sorgen und die Sie am besten nicht an sich heran lassen sollten.

Der DDB nimmt das Thema sehr ernst und steht im ständigen Austausch mit Diabetesexperten und anderen Diabetesorganisationen,

Seriöse Informationen rund um die Corona-Pandemie und Diabetes, die von ausgewiesenen Fachjournalisten ständig aktualisiert und geprüft werden, finden Sie auf der Website unter www.diabetes-online.de (Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag).

Unter folgendem Link sind dort alle aktuellen Informationen zusammengefasst:

https://www.diabetes-online.de/a/covid-coronavirus-darauf-sollten-menschen-mit-diabetes-nun-achten-2139594

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden und wünschen Ihnen in dieser anstrengenden Zeit alles Gute!

DDB, 20. März 2020

Corona-Virus: Aktuelle Infos und Handlungsempfehlungen für soziale und gemeinnützige Einrichtungen

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Corona-Virus und den daraus resultierenden Folgen für soziale und gemeinnützige Einrichtungen hält der Paritätische Gesamtverband auf seiner Website erste Informationen und Handlungshilfen zu häufig in diesem Kontext gestellten Fragestellungen bereit.

Sie können die Interseite auf der Homepage des Paritätischen Gesamtverbandes unter folgendem Link aufrufen, diese wird fortlaufend aktualisiert: https://www.der-paritaetische.de/schwerpunkt/corona/

Quelle: Paritätischer Gesamtverband

DDB, Berlin, 19. März

 

Sie können die Interseite auf der Homepage des Paritätischen Gesamtverbandes unter folgendem Link aufrufen:https://www.der-paritaetische.de/schwerpunkt/corona/

Quelle: Paritätischer Gesamtverband

DDB, Berlin, 19. März 2020

Gemeinsame Stellungnahme von DGI und DGIM zur Corona-Pandemie

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat sich nach eigenen Angaben und angesichts der aktuellen Entwicklungen bei der Corona-Pandemie dazu entschieden, den für April geplanten Internistenkongress in Wiesbaden abzusagen.

Zum Thema "Corona" gaben die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und die DGIM eine gemeinsame Stellungnahme heraus:

Leben retten – nur eine rasche „Notbremsung“ kann jetzt helfen

Die Infektionen mit SARS-CoV-2 und die COVID-19 Erkrankungen steigen aktuell in Deutschland rapide an. Die exponentielle Zunahme der Fälle wird bei ungebremster Fortsetzung des Trends und der aktuell verzeichneten Verdopplung der Fallzahlen etwa alle drei Tage, zu etwa 20.000 Fällen in Deutschland bis Ende der Woche führen. Die Beobachtung einer bisher niedrigen Mortalität ist trügerisch, sie steigt erst im weiteren Verlauf der Ausbreitung an. Dieser Trend ist bereits jetzt sichtbar: Die Letalität („Tödlichkeit“) betrug bis zum 9. März 2020 noch 0 % und liegt aktuell bei 0,2 %. In den Kliniken lässt sich parallel eine rasch steigende Zahl von stationär oder intensivmedizinisch behandlungspflichtiger Patienten beobachten.

Unmittelbar handeln!
Um die weitere Ausbreitung zu bremsen, muss unmittelbar gehandelt werden, so die Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Länder wie Taiwan, Südkorea oder Hongkong haben gezeigt, dass mit tiefgreifenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens eine Eindämmung der Epidemie möglich ist. Kommen diese zu einem zu späten Zeitpunkt - wie in Italien geschehen - sind diese Maßnahmen weit weniger wirksam.

Die überwiegend milden Verläufe bei jüngeren und gesunden Infizierten täuschen über die Bedrohung durch SARS-CoV-2 hinweg; ihnen steht eine dramatisch hohe Rate an schweren Verläufen bei chronisch kranken, immunsupprimierten und älteren Menschen gegenüber. Es muss vermieden werden, dass Kontaktpersonen dieser besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen die Infektion an diese weitergeben. Eine der wichtigsten Gruppen hierbei sind Mitarbeiter in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und alle anderen Berufsgruppen, die vor allem kranke und ältere Mitmenschen betreuen.

In der letzten Woche sind mit der Absage von Großveranstaltungen und Schließung von Schulen und Kindertagesstätten bereits wichtige Schritte unternommen worden. Diese Maßnahmen reichen aber nicht aus. Die weitere Ausbreitung von COVID-19 kann nur durch noch deutlich weitergehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelingen: Hierzu zählt die völlige Schließung von gastronomischen Betrieben und nicht-systemrelevanten Arbeitsstätten. Wie in anderen Ländern sollten Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen unterbleiben. Die zwingende Notwendigkeit solcher Maßnahmen muss der Bevölkerung sehr deutlich und anschaulich vermittelt werden, damit sie entsprechend angenommen werden.

Den Anstieg der Fälle für die nächsten zwei Wochen lässt sich aktuell kaum mehr beeinflussen, aber rasche effektive Maßnahmen können immer noch die Höhe der anrollenden Welle von Infektionen deutlich verringern. Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich und viele Anstrengungen werden nötig sein, um diese abzumildern. Bei nüchterner Betrachtung aller Alternativen wird dennoch nur die sofortige „Notbremsung“ des öffentlichen Lebens noch größere Schäden verhindern.

Quelle: www.dgim

Deutscher Diabetiker Bund (DDB), Berlin, 16. März 2020

Nicht alle Diabetespatienten „über einen Kamm scheren“! – 5 Diabetestypen bekannt

Nicht alle Diabetespatienten „über einen Kamm scheren“! –  5 Diabetestypen bekannt

Nicht jeder Typ-2-Diabetes ist in Ursache, Erscheinung und Ausprägung identisch. Bisher fehlten jedoch eine sinnvolle Klassifizierung und eine darauf angepasste Behandlung. In Klinik und Praxis führt das bisweilen zu einer Über- und Unterversorgung der Betroffenen. Forscher haben die Stoffwechselerkrankung nun in Subtypen unterteilt, was eine präzisere, individuelle Therapie und Prävention ermöglicht. Wie diese Ergebnisse in den Praxisalltag gelangen können und wo noch Forschungslücken zu schließen sind, berichten Experten bei der Jahrespressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) heute in Berlin.

Sie zeigten auch auf, welche Patienten ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie Fettleber und diabetische Nephro- und Neuropathie aufweisen und wie diabetesbedingte Komplikationen durch Präzisionsmedizin verzögert oder sogar verhindert werden können. Im Fokus der Veranstaltung standen zudem Erfahrungen aus 20 Jahren Disease-Management-Programm (DMP) und die Frage, ob die hausärztliche Versorgung einer drohenden Diabetes-Epidemie gewachsen ist.

Beim Diabetes nicht nur bis Zwei zählen – so könnte ein neues Motto in der diabetologischen Versorgung lauten. Denn sowohl eine schwedische als auch deutsche Untersuchung zeigten, dass eine Unterteilung des Typ 2¬-Diabetes in fünf Subtypen* sinnvoll ist. „Diese Erkenntnisse können die Diabetesbehandlung deutlich verbessern“, erklärte im Vorfeld der Pressekonferenz Prof- Dr. Andreas Fritsche, einer der Sprecher der Kommission „Epidemiologie und Versorgungsforschung“ der DDG. Denn jenseits der Differenzierung in Diabetes Typ 1 und 2 gebe es in der Regelversorgung derzeit noch keine Unterscheidung. „Wir müssen davon ausgehen, dass mit dem bisherigen Kenntnisstand nicht wenige Patientinnen und Patienten mit Diabetes unter- bzw. übertherapiert werden.“ Dies könne sich nun ändern.
Die Ergebnisse der schwedischen Cluster-Analyse1 konnten in der Deutschen Diabetes-Studie2 bestätigt werden. In beiden Fällen untersuchten die Autorinnen und Autoren Typ 2-Patienten in Bezug auf ihren Krankheitsverlauf und ihre Risiken für diabetesbedingte Komplikationen und Begleiterkrankungen. Auffallend war, dass sich insbesondere hinsichtlich der diabetischen Nephropathie, der nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD) und der diabetischen Neuropathie unterschiedliche Risiken bei den Patienten abbildeten: „Betroffene mit dem Subtyp SIDD, die an einem ausgeprägten Insulinmangel leiden, entwickeln beispielsweise besonders häufig eine Retinopathie und Polyneuropathie. Sie brauchen als Erstlinientherapie wahrscheinlich Insulin und sind damit ganz anders zu behandeln als insulinresistente SIRD-Patienten“, so Fritsche. Bislang werden die Betroffenen jedoch routinemäßig zunächst mit oralen Antidiabetika versorgt. Die andere Hochrisikogruppe SIRD hingegen hat ein erhöhtes Risiko für eine Nephropathie und NAFLD.

Aus diesen unterschiedlichen Risiken ergeben sich auch neue Therapieansätze mit entsprechenden präventiven Maßnahmen. „Weiß man, welchem Subtyp ein Patient angehört, sollte man ihn deutlich effektiver therapieren können und damit Folgeerkrankungen vermeiden“, bilanzierte Fritsche. „Dazu ist wahrscheinlich eine routinemäßige Bestimmung der endogenen Insulinsekretion ausreichend, wofür man nur eine Blutabnahme im Nüchtern-Zustand benötigt“, erklärt Fritsche, Stellvertretender Leiter des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz-Zentrums München an der Universität Tübingen. Auch Patienten mit einem risikoärmeren, altersbedingten Diabetes wie dem MARD könnten von diesen Erkenntnissen profitieren. „Die Studien zeigen, dass etwa ein Drittel der Diabetespatienten von diesem Typ betroffen sind “, betonte er. Diese Gruppe kann möglicherweise weniger aggressiv behandelt werden, die Erkrankung darf aber trotzdem keinesfalls bagatellisiert werden.
„Bevor die Subtypen in die Diabetesversorgung aufgenommen werden, braucht es noch prospektive Studien, die differenzierte Therapiestrategien bei den unterschiedlichen Subgruppen prüfen“, fordert Prof. Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf, ebenfalls Sprecher der Kommission „Epidemiologie und Versorgungsforschung“. In einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier hat ebendiese Kommission Forschungslücken bei der Subtypisierung dargestellt, die es nun zu schließen gilt.3

*Die 5 Diabetestypen in der Übersicht:
• SAID (severe autoimmune diabetes): früher Krankheitsbeginn, niedriger Body-Mass-Index) BMI, Insulinmangel, GADA-positiv, schwierige metabolische Einstellung
• SIDD (severe insulin-defcient diabetes): GADA-negativ, sonst wie Gruppe 1
• SIRD (severe insulin-resistant diabetes): ausgeprägte Insulinresistenz, hoher BMI
• MOD (mild obesity-related diabetes): Adipositas ohne ausgeprägte Insulinresistenz
• MARD (mild age-related diabetes): höheres Alter, leichte Stoffwechselstörung

Literatur:
1 Ahlqvist E et al., Novel subgroups of adult-onset diabetes and their association with outcomes: a data-driven cluster analysis of six variables. Lancet Diabetes Endocrinol. 2018 May;6(5):361-369. doi: 10.1016/S2213-8587(18)30051-2. Epub 2018 Mar 5.

2 Zaharia OP et al.: Risk of diabetes-associated diseases in subgroups of patients with recent-onset diabetes: a 5-year follow-up study. The Lancet Diabetes & Endocrinology.

3 Differenzierung von Subgruppen in der Diabetologie – Positionspapier der Kommission Epidemiologie und Versorgungsforschung der DDG

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft

DDB, 11. März 2020
Copyright: DDB

Neues Coronavirus: Kein erhöhtes Infektionsrisiko für Diabetespatienten ohne weitere gesundheitliche Einschränkungen

Weltweit gibt es aktuell mehr als 87.000 bestätigte Infektionen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und rund 3.000 Menschen sind an der Krankheit COVID-19 verstorben(1). Bislang verlaufen die meisten Erkrankungen mild. Da es allerdings bei chronischen Grunderkrankungen zu schwereren Verläufen kommen kann, empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Menschen mit Diabetes eine stabile Blutzuckereinstellung. Dadurch werde das Infektionsrisiko minimiert. Zudem gilt generell, die Infektionsschutz-Maßnahmen des Robert-Koch-Instituts (RKI) einzuhalten, wie die Husten-Nies-Etikette und gründliches Händewaschen. Patienten mit diabetischen Begleit- und Folgeerkrankungen an Organen wie Herz, Nieren oder Leber, sollten hohe Ansteckungsgefahren – beispielsweise große Menschenansammlungen – verstärkt meiden. Vor Lieferengpässen von Diabetesmedikamenten brauchen sich Patienten nicht fürchten.


Wie Grippeviren kann eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, in einigen Fällen sogar zu Durchfall. „Da die Viruserkrankung in den meisten Fällen mild verläuft, sehen wir bislang auch für Menschen mit Diabetes nicht mehr Gefahr, als bei einem herkömmlichen Grippevirus“, erklärt DDG Präsidentin Professor Dr. med. Monika Kellerer. „Auch hier empfehlen wir die allgemeine vom RKI empfohlene Vorsorge, die auch für die Influenza gilt“ (1). Einfache Maßnahmen wie die Husten-Nies-Etikette, gründliches Händewaschen, Hände möglichst fern vom Gesicht halten und ausreichend Abstand zu anderen Menschen einhalten, helfen schon, um sich vor Erregern zu schützen.


Bei Diabetes ist für den Krankheitsverlauf bei Infektionen eine gute Blutzuckereinstellung hilfreich. „Auch im Falle einer Infektion mit dem bislang noch wenig erforschten Coronavirus SARS-CoV-2 gehen wir – analog zur Influenza – davon aus, dass man mit einem ausgeglichenen Stoffwechsel das Risiko für Komplikationen reduzieren kann“, betont DDG Mediensprecher Professor Dr. med. Baptist Gallwitz.
„Haben Diabetespatienten Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufprobleme oder Organschäden, sollten sie aktuell jedoch besonders achtsam sein“, warnt Gallwitz, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik, Innere Medizin IV, des Universitätsklinikums Tübingen. Im Falle einer Ansteckung mit Coronavirus SARS-CoV-2 haben sie durch ihr geschwächtes Immunsystem und eventuell bereits bestehende Infektionen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Das gilt vor allem für Menschen nach einer Organtransplantation mit immunsuppressiver Therapie. Sie sollten sich vor großen Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebieten, in denen Infektionsfälle bekannt geworden sind, fernhalten.


Lieferengpässe bei Diabetesmedikamenten müssen Patienten nicht befürchten. „Diabetesmedikamente wie Insulin werden vorwiegend in Deutschland, USA, Dänemark, Frankreich, Großbritannien – nicht jedoch China – hergestellt“, berichtet Kellerer. Von einer Medikamentenknappheit für Diabetespatienten ist auch künftig nicht auszugehen. Die Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin I am Marienhospital in Stuttgart rät daher davon ab, große Vorräte an Medikamenten und Diabetesutensilien, die über die Versorgung von einem Quartal hinausgehen, für sich selbst zu bevorraten.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) 

Informationen:

1 Novel Coronavirus (COVID-19) Situation (WHO)
2 RKI: Allgemeine (tagesaktuelle) Informationen zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)

RKI: Risikobewertung zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)

Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes

Diabetiker Allianz beim TV-Magazin "Report Mainz"

Die Nationale Diabetes-Strategie ist mal wieder ins Stocken geraten. Obwohl sie längst in der deutschen Gesundheitspolitik angekommen ist – schon seit 2018 steht die Strategie im Koalitionsvertrag – geht es nicht voran. Woran es hakt, dass die dringend benötigte Diabetes-Strategie immer noch keinen politischen Durchbruch erzielt hat, beleuchtet ein aktueller TV-Beitrag von „Report Mainz“ mit dem Titel „Volkskrankheit Diabetes – Warum die Politik dringend handeln muss“, der am 25. Februar 2020 in der ARD (SWR Fernsehen) ausgestrahlt wurde.

In dem Beitrag warnt auch die Diabetiker Allianz (DA) – vertreten durch Klaus-D. Warz, Vorsitzender der Deutschen Diabetes Föderation (DDF), und Sandra Schneller, Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) – anhand eines neuen Positionspapiers der DA vor der derzeitigen Politik des Nichthandelns, während die Diabetes-Epidemie in Deutschland ungehindert fortschreitet.

Jetzt in der Mediathek anschauen.

Kassen müssen künftig mehr Leistungen bei der medizinischen Fußpflege zahlen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Februar 2020 die Verordnungsfähigkeit von medizinischer Fußpflege erweitert. Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) begrüßt diese Entscheidung.

Nach Angaben des G-BA kann podologische Therapie künftig bei weiteren Erkrankungsbildern zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden, erklärt das Gremium in einer Pressemitteilung. Eine Verordnungsmöglichkeit besteht derzeit ausschließlich beim diabetischen Fußsyndrom. Durch die beschlossene Erweiterung des bisherigen Indikationsbereichs können Maßnahmen der podologischen Therapie (medizinische Fußpflege) jetzt auch bei Schädigungsbildern an Haut und Zehennägeln verordnet werden, die mit einem diabetischen Fußsyndrom vergleichbar sind. Damit können zum Beispiel auch Hautschädigungen an den Füßen in Folge eines Querschnittsyndroms podologisch behandelt werden.

„Eine fachgerecht durchgeführte Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung soll Folgeschädigungen wie Entzündungen vermeiden, die im schlimmsten Fall zu einer Amputation des Fußes führen können“, betont Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Veranlasste Leistungen. „Auch in Folge anderer Erkrankungen können vergleichbare Schädigungsbilder auftreten, die mit podologischer Therapie wirksam behandelt werden können. Um auch hier schwerwiegenden Folgeerkrankungen entgegenzuwirken, hat der G-BA die Verordnungsfähigkeit der podologischen Therapie insgesamt ausgeweitet.“

Die Maßnahmen können künftig von allen Patienten in Anspruch genommen werden, bei denen nachweislich eine Schädigung des Fußes besteht, die mit dem diabetischen Fußsyndrom vergleichbar ist und auf ähnliche Sensibilitätsstörungen – auch verbunden mit Durchblutungsstörungen – zurückzuführen ist. Maßnahmen der podologischen Therapie sind dann auch bei einer Schädigung als Folge einer sensiblen oder sensomotorischen Neuropathie oder eines Querschnittsyndroms verordnungsfähig.

Der Beschluss zur Änderung der Heilmittel-Richtlinie tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium im Bundesanzeiger in weiten Teilen am 1. Juli 2020 in Kraft.

Quelle: www.g-ba.de

Diabetes im Alter: DDB plant neue Projekte

Diabetes im Alter: DDB plant neue Projekte

Ältere Menschen mit Diabetes leiden besonders häufig an alterstypischen Problemen wie Sehbehinderungen, kognitiven Beeinträchtigungen, Fußproblemen aufgrund von Durchblutungs- und/oder Nervenstörungen sowie Demenz. Diese klassischen Symptome des Diabetes und der Geriatrie (Altersmedizin) führen auch häufig zu Stürzen, die wiederum schwerwiegende Folgen für die betagten Patienten haben können, wie schlecht heilende Knochenbrüche aufgrund von Wundheilungsstörungen. Eine verzahnte Behandlung zwischen Diabetesexperten und dem Bereich der Kranken- und Altenpflege ist deshalb unerlässlich und wird auch angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger: Jeder dritte Patient in einer Pflegeeinrichtung hat heute Diabetes.

Neue Projektideen zum Thema „Diabetes im Alter“ für eine verbesserte Lebens- und Behandlungsqualität von geriatrischen Patienten mit Diabetes diskutierten Torben Brinkema, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), die DDB-Bundesvorsitzende Sandra Schneller (2. v.l. mit Beagle Hugo) und Heidi Hartmann, stellvertretende DDB-Bundesvorsitzende im Februar 2020 in der DDB-Bundesgeschäftsstelle.

Copyright: DDB

Neue Publikation in unserer Infothek - Rechtsberatung / Recht & Soziales

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Publikation - Im Einsatz für Menschen mit Diabetes mellitus